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»In der ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei.« Gustav Landauer

Carlo Giuliani wurde ermordet von meinen Feinden

Carlo Giuliani
Am heutigen 20. Juli vor neun Jahren starteten die Carabinieri und weitere Ordnungskräfte während der Demonstrationen gegen den G8 Gipfel in Genua 2001 eine Reihe von Attacken, die mit dem Angriff auf den genehmigten Demonstrationszug in der Via Tolemaide endeten. Die letztere Attacke schnitt den 15.000 DemonstrantInnen jeden Fluchtweg ab. Dies war der Beginn der Ereignisse auf der Piazza Alimonda, die zum Mord an Carlo Giuliani führten.

Carlo Giuliani ist die Verkörperung der Schmerzen, die Tausende von Menschen jeden Tag erleiden - als Konsequenz einer ungerechten und kriminellen Gesellschaftsordnung - die Verkörperung des Todes als Instrument der Herrschaft der Mörder, die unseren Planeten regieren. Carlo Giuliani ist mein eigener Tod und meine eigene Hoffnung .

Carlo Giuliani wurde ermordet von meinen Feinden.

Carlo Giuliani ist die Verkörperung der Schmerzen, die Tausende von Menschen jeden Tag erleiden - als Konsequenz einer ungerechten und kriminellen Gesellschaftsordnung. Sein Körper - verstreut zwischen der Stille und den Schreien - hat uns erlaubt, die vielen anderen Tausende zu sehen, die jeden Tag fern von Kameras und Fernsehen sterben. Der Unterschied ist der, daß er anklagen konnte - und er tat es. Carlo Giuliani ist die Verkörperung des Todes als Instrument der Herrschaft der Mörder, die unseren Planeten regieren. Carlo Giuliani ist mein eigener Tod und meine eigene Hoffnung. Sein Blut hat die Erde bedeckt und ist eingedrungen in das Netz, bis es alle erreicht und unsere Wut nährt.

Carlo Giuliani ist mein eigener Tod. Carlo Giuliani ist meine eigene Hoffnung.

Veröffentlichung von La haine. Übersetzung: Arbeiterfotografie. Siehe auch die Einträge bei Anarchopedia und Wikipedia

QUALE VERITA' PER PIAZZA ALIMONDA?

Carlo Giuliani

Fotoquelle

Am heutigen 20. Juli vor sieben Jahren starteten die Carabinieri und weitere Ordnungskräfte während der Demonstrationen gegen den G8 Gipfel in Genua 2001 eine Reihe von Attacken, die mit dem Angriff auf den genehmigten Demonstrationszug in der Via Tolemaide endeten Die letztere Attacke schnitt den 15.000 DemonstrantInnen jeden Fluchtweg ab. Dies war der Beginn der Ereignisse auf der Piazza Alimonda, die zum Mord an Carlo Giuliani führten und zum Beispiel auch in der Dokumentation "Gipfelstürmer - die blutigen Tage von Genua" behandelt werden. Offen sind immer noch folgende Fragen:

• Ist es möglich, dass ausgebildete Soldaten, auch wenn sie in Panik geraten sind, in das Gesicht eines Jungen zielen, der sich in 4 Metern Entfernung befindet, ihn danach zweimal überfahren und dann innerhalb von nur 7 Sekunden verschwinden?

• Kann ein Müllcontainer einen Defender blockieren?

• Warum greifen die Kollegen, die sich in einer Entfernung von etwa 20 Metern befinden, erst ein, nachdem sich die Tragödie bereits ereignet hat?

• Der Feuerlöscher: Waffe oder Schutzschild?

• Warum bleibt die Waffe auch als die Gefahr bereits vorbei war, auf die DemonstrantInnen gerichtet?

• Weshalb wurde der erste Schuss nicht in die Luft abgegeben?

• Warum tauchen erst nach 6 Monaten vorher verschwundene Patronenhülsen und Pistolen auf?

Giuliano Giuliani ist der Vater von Carlo. Er rekonstruiert in der Dokumentation die letzten Minuten des Geschehens und widerlegt die offizielle Darstellung der Staatsanwaltschaft anhand von Fotos und Videosequenzen, die in dem Ermittlungsverfahren gegen den vermeintlichen Schützen verwendet wurden. Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt, der angebliche Todesschütze wegen Notwehr freigesprochen.

Der Film ist aber nicht nur der Versuch einer detaillierten Rekonstruktion der Todesumstände seines Sohnes. Er ist gleichzeitig eine Anklage gegen Polizei und Justiz, die mit allen Mitteln versucht haben, die Sicherheitskräfte von jeder Verantwortung für Carlos Tod freizusprechen.

Der Film "WAS PASSIERTE AUF DER PIAZZA ALIMONDA?" - (QUALE VERITA' PER PIAZZA ALIMONDA?) steht auf der Seite "Comitado Carlo Giuliani" zum freien Download zur Verfügung. Siehe auch die Analyse der Fotosequenz bei arbeiterfotografie.de

QUALE VERITA' PER PIAZZA ALIMONDA?

Carlo Giuliani

Fotoquelle

Am heutigen 20. Juli vor sechs Jahren starteten die Carabinieri und weitere Ordnungskräfte während der Demonstrationen gegen den G8 Gipfel in Genua 2001 eine Reihe von Attacken, die mit dem Angriff auf den genehmigten Demonstrationszug in der Via Tolemaide endeten Die letztere Attacke schnitt den 15.000 DemonstrantInnen jeden Fluchtweg ab. Dies war der Beginn der Ereignisse auf der Piazza Alimonda, die zum Mord an Carlo Giuliani führten und zum Beispiel auch in der Dokumentation "Gipfelstürmer - die blutigen Tage von Genua" behandelt werden. Offen sind immer noch folgende Fragen:

• Ist es möglich, dass ausgebildete Soldaten, auch wenn sie in Panik geraten sind, in das Gesicht eines Jungen zielen, der sich in 4 Metern Entfernung befindet, ihn danach zweimal überfahren und dann innerhalb von nur 7 Sekunden verschwinden?

• Kann ein Müllcontainer einen Defender blockieren?

• Warum greifen die Kollegen, die sich in einer Entfernung von etwa 20 Metern befinden, erst ein, nachdem sich die Tragödie bereits ereignet hat?

• Der Feuerlöscher: Waffe oder Schutzschild?

• Warum bleibt die Waffe auch als die Gefahr bereits vorbei war, auf die DemonstrantInnen gerichtet?

• Weshalb wurde der erste Schuss nicht in die Luft abgegeben?

• Warum tauchen erst nach 6 Monaten vorher verschwundene Patronenhülsen und Pistolen auf?

Giuliano Giuliani ist der Vater von Carlo. Er rekonstruiert in der Dokumentation die letzten Minuten des Geschehens und widerlegt die offizielle Darstellung der Staatsanwaltschaft anhand von Fotos und Videosequenzen, die in dem Ermittlungsverfahren gegen den vermeintlichen Schützen verwendet wurden. Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt, der angebliche Todesschütze wegen Notwehr freigesprochen.

Der Film ist aber nicht nur der Versuch einer detaillierten Rekonstruktion der Todesumstände seines Sohnes. Er ist gleichzeitig eine Anklage gegen Polizei und Justiz, die mit allen Mitteln versucht haben, die Sicherheitskräfte von jeder Verantwortung für Carlos Tod freizusprechen.

Der Film "WAS PASSIERTE AUF DER PIAZZA ALIMONDA?" - (QUALE VERITA' PER PIAZZA ALIMONDA?) steht auf der Seite "Comitado Carlo Giuliani" zum freien Download zur Verfügung. Siehe auch die Analyse der Fotosequenz bei arbeiterfotografie.de

Die Mobilisierung damals stellte in verschiedener Hinsicht den Höhepunkt der Proteste gegen die Gipfeltreffen der Herrschenden dar. Am 6. Jahrestag der damaligen Mobilisierung werden im Stuttgarter Subversiv ab 19 Uhr Fotos, Texte, Mobilisierungsmaterial und Zeitungsberichte ausgestellt, sowie Videos vergangener Gipfelproteste gezeigt -“ Schwerpunkt ist die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel im Juni 2007.
Dazu gibt es wie jeden Samstag lecker veganes/vegetarisches Essen bei der Volxküche.

Ein Interview mit Jess Hurd

Während meines Besuches als WASG G8 Kampagnenmitglied - auf Einladung von “Globalise Resistance” - zur G8 Mobilisierung im Chadwick Lecture Theatre der Universität und des College London, konnte ich ein kurzes Interview mit Jess Hurd führen. Jess Hurd wurde weltweit durch das Photo des erschossenen Demonstranten Carlo Giuliani beim Sozialforum in Genua bekannt. Das Bild von Carlo Giuliani wurde für die Ausstellung des „John Kobal Photoprotrait Preises 2002“ ausgewählt und wurde „Abbildung des Jahres“ der Ausgabe Januar 2003, des britischen Journals der Photographie sowie Sieger der Gewerkschaftspresse und des Fotorezeptors 2000 u.v.m.

Jess Hurd bei der Arbeit in den Favelas von Sao Paulo | Foto: © Sergio Alberti

Sie haben Sozialforen weltweit besucht. Wodurch unterscheiden sie sich?

Ich habe nur 3 Welt-Sozialforen besucht. Das erste und auf viele Arten beeindruckendste war in Mumbai. Indien war ein solcher Gefühls-Taumel, der Verkehr, die Umweltverschmutzung, der Lärm..... und trotz der entsetzlichen Armut reisten Delegierte voller Lebendigkeit und Enthusiasmus Hunderte von Meilen um an diesem Event teilzunehmen. Von den Anti-Kindersklaverei-Aktivisten, den Dalits (Kastenlose) bis zu den Bankangestellten war dieses Event wirklich eine Inspiration und ich bin stolz, daß ich dort Freunde gewinnen konnte.

Das zweite Sozialforum hatte einen ganz anderen Charakter mit viel politischerer Richtung. Mittelpunkt war der Kontrast zwischen dem schnell schwindenden Beistand von Lula und den Besuch von Präsident Hugo Chavez, welcher stürmisch empfangen wurde.

Im Jahr darauf folgte ich dem Kampf gegen Neo-Liberalismus in die Boliviarische Republik Venezuela.

Großdemo der G8 Proteste in Genua | Foto: © Jess Hurd

Obwohl das Welt-Sozialforum in Caracas stattfand, verbrachte ich die meiste Zeit in Barrio's, der Slum-Region in den Bergen, wo die radikalen Reformen stattgefunden haben - Ausrottung des Analphabetismus, Bildung auf jedem Level offen für alle, kostenlose medizinische Versorgung, Kinderkrippen, subventionierte Märkte, all das machte für das Leben durchschnittlicher Menschen einen großen Unterschied.
Das erstaunlichste war die Beteiligung im Ablauf zu sehen, die Besetzung der Produktionsstätten, die Barrio Organisation und die Programme zur politischen Bildung von Arbeitern.

Ist das G8 Treffen ein Thema in England?

Leider ist es derzeit nicht oft in den Nachrichten. Es wird Tony Blair-™s letzter G8-Gipfel sein, es wird also einige Spalten in den Kolumnen hergeben. Aber allgemein wird es auf die unabhängigen politisch orientierten Journalisten und Fotografen ankommen. Die Masse wird lediglich die Tumulte wahrnehmen, nicht die Sache an sich.
Sehen Sie sich doch den Artikel im Guardian über gewalttätige Angriffe in Deutschland an.

Was änderte sich für Sie, nachdem Sie das Foto des erschossenen Demonstranten Carlo Giuliani während der G8-Proteste in Genua veröffentlichten?

Carlo Giuliani bei den G8 Protesten in Genua | Foto: © Jess Hurd

Der G8-Gipfel in Genua war die bedeutendste Europäische Bewegung bis heute, nicht nur wegen ihrer Mischung aus Gewerkschaftern, sozialen und politischen Aktivisten. Tragischerweise wurde der junge Aktivist Carlo Giouliani von der italienischen Bereitschaftspolizei erschossen. Doch die soziale Bewegung wuchs durch diese Gewalttat zu einer wirklichen Kraft, die Änderungen bewirken konnte.

Was erwarten Sie vom Protest in Rostock im Juni?

Ich erwarte nicht weniger als von allen anderen EU, WTO oder G8-Gipfel Protesten über die ich berichtet habe. Einzelne und Gruppen leidenschaftlicher Menschen kämpfen für eine oder mehrere Sachen. Solche Veranstaltungen sind immer aufregend wegen der Vielfalt und des Einfallsreichtums der Aktionisten, mit welcher sie ihren Glauben und ihre Wünsche für eine bessere Welt Ausdruck verleihen.

Was denken Sie und erwarten Sie von der Neuen Linken in Deutschland?


Um ehrlich zu sein, ich bin nicht so informiert über die Neue Linke in Deutschland, aber ich hoffe sie wird zusammenhalten und die Bewegung ohne zu viele Kompromisse vorantreiben.

Was meinen Sie, wird sich nach Blair-™s Ära in England ändern?

Leider verspricht uns die Aussicht auf Gordon Brown als Premierminister keine bessere Zukunft hier in UK. Alle Hinweise lassen vermuten, dass er mit Tony Blair-™s neo-liberalem Programm und seiner kriegstreiberischen Strategie fortfährt.

Wir können lediglich den Widerstand von unten bestärken und versuchen, eine wirkliche Alternative zu entwickeln.

Vielen Dank für das Gespräch

Thomas Mitsch ist Kreisvorstandssprecher der WASG Esslingen, BaWü und G8 Kampagnenmitglied und führte das Kurzinterview mit Jess Hurd in London

Hier eine weitere Dokumentation von Arbeiterfotografie über die Geschehnisse in Genua.

Die abgebildeten Fotos erscheinen mit freundlicher Genehmigung von Jess Hurd und Sergio Alberti, bei denen das Copyright für die Bilder liegt.